Grüne Jugend 2007
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Minderheitsregierung in NRW - eine Erfolgsgeschichte
Pressemitteilung 4.05.2012
(auszugsweise erschienen in der WN vom 7.05.2012)
NRW steht vor einer außergewöhnlichen politischen Situation: Nach knapp zwei Jahren – anstatt fünf - wird der Landtag neu gewählt. Ein Landtag, dem eine rot/grüne Minderheitsregierung vorsteht, ebenso außergewöhnlich, denn eine solche Regierungsform gab es bis dato nicht in NRW. Grund genug, der Einladung zur Veranstaltung des Ortsverbandes Bündnis 90/Die Grünen zu folgen: “Zwei erfolgreiche Jahre Minderheitsregierung – was hat es gebracht – wie geht es weiter?“
„Wer dieser Einladung nicht gefolgt war, hat etwas versäumt – einen nicht nur in Wahlkampfzeiten sehr informativen Abend“ heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen. Und der oder die hat zu dem auch die Gelegenheit verpasst, den ersten Sendener Grünen Direktkandidaten Philipp Scholz persönlich näher kennen zu lernen und ihn nach seinen Zielen für die Landespolitik zu befragen.
Auch ein Grüner Promi war gekommen - der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag von NRW, Reiner Priggen.
Beide Kandidaten haben einiges gemein: Sie gehören zu den „Urgesteinen“ der Grünen, beide sind seit Jahrzehnten politisch aktiv. Beide wollen in den Landtag, der eine ist dort Fraktionsvorsitzender und will es bleiben, der andere will es später – vielleicht - einmal werden. Philipp Scholz lebt seit seiner Kindheit in Senden und nun auch mit seiner eigenen Familie, Reiner Priggen fühlt sich Senden besonders verbunden, weil auch er hier familiäre Bindungen hat.
Reiner Priggen, gefragt nach der Bilanz der rot/grünen Minderheitsregierung, hatte viele Erfolgsmel- dungen parat. Über allen politischen Erfolgen stand die Aufgabe, für die Ziele und Pläne der Landesregierung die Zustimmung der anderen Fraktionen zu gewinnen. Eine besondere Herausforderung, die viel Arbeit, Geduld und Überzeugungskraft brauchte und wobei die gegenseitige Anerkennung der handelnden Personen Voraussetzung war.
Es ist bekannt, dass es die Grünen waren, die Hannelore Kraft motivierten, das Wagnis einer Minderheitsregierung einzugehen und die schwierigen Umstände für erfolgreiches Regieren in Kauf zu nehmen. Und diese Minderheitsregierung hat viel erreicht. Viele Projekte, die fortgesetzt werden müssen und viele Gesetze sind unter diesen Voraussetzungen verabschiedet worden, um den Preis zäher Verhandlungen, abhängig von Zugeständnissen an die Vernunft und von Kompromissen - eigentlich das, was sich Wählerinnen und Wähler oft wünschen.
Paradebeispiel: Der Schulkonsens. Schulpolitik ist Aufgabe der Länder. Und je nach Parteicouleur gab es jeher und gibt es bis heute (siehe Linke, FDP und Piraten) dazu konkurrierende Auffassungen, mit dem Ergebnis, dass die Parteien streiten und die Schülerinnen und Schüler und deren Eltern sowie auch die Lehrer und Lehrerinnen mit ihren Ansprüchen an die Schulwirklichkeit auf der Strafbank sitzen und PISA und andere ihnen die Mängel vorhalten.
Dass ist nun hoffentlich vorbei. Es ist der Kompetenz und dem Vermittlungsgeschick, der Überzeugungskraft und der Ausdauer von Sylvia Löhrmann, grüne Vizepräsidentin und Schulministerin, zu verdanken, dass die Schulpolitik in NRW die Wende hinbekommen hat. Möglicherweise ein Beispiel für andere Bundesländer. Und es ist unredlich, wenn nun andere Fraktionen diesen Erfolg für sich einkassieren wollen.
„Du willst uns unsere „Dorfscheriffs“ wegnehmen?“ wurde Reiner Priggen aus den eigenen Reihen gefragt, bezogen auf seinen Vorschlag zur Polizeistrukturreform. „Das glaubt ihr doch selbst nicht“ war die Antwort. „Es muss einem Finanzer des Landes – und da bin ich in der Verantwortung – doch erlaubt sein, über effektive Verwaltungsstrukturen nachzudenken. Dabei meine ich den Overhead und nicht die Beamten, die an der Basis ihre wichtige Arbeit tun.“
Und es gäbe weitere Maßnahmen dieser Art, um Steuergelder zu sparen, wenn nicht die maßgeblichen Stelleninhaber an der Spitze um ihre Privilegien kämpfen und solche Vorschläge von vornherein öffentlich diskreditieren und ins falsche Licht führen würden.
„Und noch so eine Mär“, so Reiner Priggen, „grassiert um ein angeblich vom grünen Umweltminister Johannes Remmel reformiertes Jagdgesetz, dass in seiner Schublade liegen soll. „Diejenigen, die behaupten, es gebe bereits einen Entwurf oder andere Festlegungen, lügen oder sind einem Bären aufgesessen. Es gibt derzeit lediglich die Absicht, ein veraltetes Jagdgesetz aufgrund der Einlassungen der Naturschutzverbände zu überprüfen und mit zeitgemäßen Korrekturen anzupassen.“
Nach dem Fazit gefragt, wie sich Grüne ihre zukünftige Arbeit im Düsseldorfer Landtag vorstellen und welche Entwicklungen die grüne Kraft braucht, hat Priggen viele Antworten parat, „Ihr wisst, rot/grün ist die Koalition, die wir anstreben und die wir für das Land so wichtig halten, um die Politik und deren Ergebnisse zu einem guten Ende zu bringen. Wir sind das Original, wenn es um ökologisch-ökonomische, soziale-, frauen- und bildungspolitische, basisdemokratische Politik und um BürgerInnenrechte geht und brauchen uns damit nicht zu verstecken. Wir sind es gewohnt, unseren Forderungen und Überzeugungen treu zu bleiben. Der Atomausstieg ist ein Beispiel, dass wir damit am Ende Erfolg haben.“ Und energisch ergänzt er:
„ Wenn der Umweltminister und Spitzenkandidat der CDU Röttgen meint, NRW sei in der Entwicklung und in der Nutzung erneuerbarer Energien hintenan, dann ist er auf diesem Auge blind oder er verleugnet die Wirklichkeit. Wer einer Partei angehört, die in den kommunalen Räten von NRW jeden Antrag der Grünen zur Förderung der Windenergie oder der Erneuerbaren Energien prinzipiell abgelehnt hat und deren Mitglieder Bebauungspläne verabschieden, die dazu dienen, die Windkraftentwicklung zu verhindern, wer einer CDU vorsteht, die den Bau von Kohlekraftwerken wie z.B. in Datteln unterstützt und wer als Umweltminister des Bundes seine Verantwortung zum Schutz der Menschen und der Erde vor der Atomkraft erst dann entdeckt, wenn Fukuschima die vernichtenden Gefahren offenbart, der sollte sich bei solchen Themen mit Kritik besser zurückhalten.“
Energie-Abend in Senden
Von Elke Preisinger
Jung, charmant und souverän: Die 30-jährige Landtags- abgeordnete der Grünen, Wibke Brems, bewies am Montag Abend in der Gaststätte Söbbecke nicht nur ihren Sachverstand als diplomierte Elektro-Ingenieurin. Auf Fragen aus dem Publikum, warum gerade die rot-grüne Landesregierung bis 2020 nur eine CO2-Reduzierung von 25% anstrebe, statt 40% wie die Bundesregierung, antwortete Brems ohne Umschweife: "Weil nur dies realistisch und machbar ist." Die Fakten, die sie vor der Diskussion in ihrem Vortrag zur Energieversorgung der Zukunft gezeigt hatte, sprechen dafür: NRW liegt mit seinen Emissionen mit fast 18 Tonnen pro Kopf näher an den USA als am restlichen Deutschland (9t / Kopf), Stand 2007.
Großes Potential sieht Brems in der energetischen Gebäudesanierung. Leider habe die Bundesregierung entsprechende Förderprogramme weitgehend gestrichen. Für NRW habe man aber entsprechende Töpfe um mehrere hundert Millionen aufgestockt. "Klimaschutz kostet, kann aber extreme Kosten verhindern", sagte Brems und belegte anhand einer Studie der Münchener Rückversicherung, dass sich die Kosten für extreme Wetterereignisse seit 1950 mehr als verdreifacht hätten. Bis 2050 rechne man mit insgesamt 800 Milliarden Euro nur für Deutschland. Kosten für Atommüll oder Unfälle sind da noch nicht einmal eingerechnet.
Brems hatte aber auch ihre regionalen Hausaufgaben gemacht und berichtete einem besorgten Fragesteller in puncto Erdgas-Probebohrung, dass bisher nur eine in Nordwalde von der Firma Exxon beantragt sei und dass bis Ende des Jahres ein Gutachten erstellt würde, welches auf jeden Fall auch drohende Grundwasserprobleme berücksichtige.
Was die rund 30 Besucher der Veranstaltung aber vor allem interessierte war die Windenergie und der damit einhergehende neue Erlass, der vor allem höhere Windräder über 150 Meter befürwortet, da sie effektiver arbeiten und außerdem von Vorteil für das Landschaftsbild seien: wenige Große, statt viele kleine. "Münster ist aber ein schwieriger Fall", räumte Brems für die Windenergie im Regierungsbezirk ein, da hier viel längere Wege im Spiel seien. Trotzdem versprach sie, dass in Sachen Windkraft eine kreisgenaue Potential-Analyse, ein Leitfaden für Lokalpolitiker und eine "Clearing-Stelle" zur Klärung von Streitigkeiten im Vorfeld geplant seien. Der Königsweg sei aber - laut Brems - die Mischung von erneuerbaren Energien und Energiesparen.Schon im privaten Haushalt können 12% eingespart werden, was bisher kaum gemacht würde.
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Kindergärten in Senden
Pressemitteilung:
Förderung der U3-Betreuung gestoppt
„Wie gut, dass aktuell die Kindergärten in Senden noch nicht davon betroffen zu sein scheinen, dass die Investitionsförderung zum Ausbau der U3-Betreuung im Kreis Coesfeld erst einmal gestoppt ist,“ heißt es in einer Presseerklärung von Vorstand und Fraktion der Grünen in Senden. „Für weitere Ausbaumaßnahmen wären nach derzeitiger Erlasslage jedoch keine Fördermittel mehr zu erwarten.“
Zum Hintergrund: Anneliese Pieper, Kreistagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der Sendener Grünen hatte auf ihre Anfrage vom 12.7. im Kreisjugendamt als Antwort erhalten, dass derzeit schon mehr als vier Millionen Euro an Fördermitteln fehlen, um Umbau und Erweiterung von Kindergärten zu bezahlen, damit Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden können. Zur Sicherstellung des Rechtsanspruchs auf einen solchen Platz bis 2013 fehlen weitere zehn Millionen.
Was ist passiert: Der CDU-Familienminister Laschet der abgewählten schwarz/gelben Landesregierung hatte als eine seiner letzten Amtshandlungen einen Erlass zur Rationierung dieser Investitionsförderung herausgegeben, mit der Folge, dass der Kreis Coesfeld für U3-Ausbaumaßnahmen nur noch insgesamt mit sechshunderttausend Euro rechnen darf.
„Ein Alarmsignal für uns Grüne, die wir uns schon immer für den Ausbau der Kinderbetreuung stark gemacht haben“, so Anneliese Pieper. „Überrascht haben uns dann allerdings die Berichterstattungen und öffentlichen Stellungnahmen, die den Eindruck erwecken wollen, die Misere wäre der neuen rot/grünen Regierung anzulasten.“
Die Sendener Grünen sind der Sache auf den Grund gegangen. Danach ergeben sich folgende Fakten:
Es ist schon lange bekannt, dass die vorgesehenen Investitionsmittel im Bundes- und Landeshaushalt (Bund 480 Mio., Land 30 Mio.) nicht ausreichen und aufgestockt werden müssen. Ein diesbezüglicher Antrag der Grünen im Landtag NRW wurde von der schwarz/gelben Regierung abgelehnt.
Die jetzige Regierung erfuhr vom Laschet-Erlass während ihrer Koalitionsverhandlungen. Rot/Grün hat daraufhin vereinbart, zusätzliche Landesmittel von einhundertfünfzig Millionen in einem Nachtragshaushalt einzustellen. Und im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die Verteilung der finanziellen Folgen des U3-Ausbaus zwischen Bund, Ländern und Kommunen dringend verhandelt werden muss.
„Es freut uns zu lesen, dass der Landrat, der Bundestagsabgeordnete Schiewerling, der Sprecher der Bürgermeister Borgmann und viele andere fordern, dass der U3-Ausbau weiter gefördert und der Rechtsanspruch auf U3-Betreuung bis 2013 gewährleistet sein muss. Wir hoffen, dass ihre Worte in ihrem politischen Umfeld Wirkung zeigen und sie ihre Parteikollegen und –Kolleginnen in Bund und Land davon überzeugen können, der Sicherstellung von Finanzmitteln für die U3-Kinderbetreuung zuzustimmen“, meint Katharina Nitz-Uliczka, Vorstandssprecherin der Sendener Grünen.
Um die Entwicklung nicht aus den Augen zu verlieren und ggf. politisch eingreifen zu können, haben die Grünen einen Antrag gestellt, im Sozialausschuss über die aktuelle Situation zum Ausbau der Kinderbetreuung informiert zu werden und - wenn nötig - Maßnahmen zu beraten, wie der Bedarf an Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren momentan und wie der Rechtsanspruchs ab 2013 in Senden sichergestellt werden kann.
(Den Text des Antrages können Sie hier aufrufen)




