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27. April 2012

Gewalt

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

 

Gewalt gegen Frauen mit Behinderungen stoppen

Anlässlich der Veröffentlichung der Untersuchung der Universität Bielefeld ?Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Behinderungen in Deutschland? erklären Markus Kurth, Sprecher für Behindertenpolitik, und Monika Lazar, Sprecherin für Frauenpolitik:

Frauen mit Behinderungen sind allen Formen von Gewalt deutlich häufiger ausgesetzt als Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt. Die Universität Bielefeld präsentiert dazu erschreckende Zahlen: Mädchen und junge Frauen mit Behinderung erleben zwei- bis dreimal häufiger sexuellen Missbrauch als Frauen ohne Behinderung. Am stärksten von Gewalt betroffen sind gehörlose Frauen und Frauen mit psychischen Erkrankungen. Besonders alarmierend ist, dass 38 Prozent der Frauen, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe leben, Opfer von sexuellen Gewalthandlungen werden.


Es ist an der Zeit, wirksame Präventionsmaßnahmen zu verstetigen. Die im Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX) geforderten Projekte zur Stärkung des Selbstbewusstseins von Frauen mit Behinderungen müssen endlich realisiert werden. Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe müssen flächendeckend barrierefrei zur Verfügung stehen. Das ist noch lange nicht der Fall.

Die Bundesregierung muss entsprechende Projekte für die Zukunft absichern. Das Pilotprojekt ?Frauenbeauftragte in Einrichtungen der Behindertenhilfe? hat die ersten Frauen mit Behinderungen zu Frauenbeauftragten ausgebildet. In ihren Einrichtungen stehen sie als Ansprechpartnerinnen auf Augenhöhe zur Verfügung. Angesichts der heute präsentierten Zahlen darf nicht in Frage stehen, dass solche Projekte weitergeführt werden müssen.  

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(Foto: RS, pixelio)

 

5. April 2012

Pillenpreise

(Foto: Rainer Sturm, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0309
Datum: 4. April 2012

Union knickt vor Pharma-Lobby ein

Zu den Berichten über die Pläne der CDU/CSU zur Aufweichung der Regeln für Arzneimittelpreise erklärt Biggi Bender, Sprecherin für Gesundheitspolitik:

Europa? Ohne uns! Diese Haltung spricht aus den Plänen der Gesundheitspolitikerinnen und –politiker der Union. Kaum sind die neuen Regeln zur Preisbildung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in Kraft, wollen sie sie wieder aufweichen. Die Rabatte, die die Pharmaindustrie hierzulande den Krankenkassen für Arzneimittel einräumen muss, sollen der Geheimhaltung unterliegen  Die Pharmaunternehmen sollen im Ausland weiter Mondpreise verlangen können. Das ist bloßer Klientelismus. Diese Haltung passt nicht in ein vereinigtes Europa.

Die Union entzieht die Auswirkungen ihrer Arzneimittelpreisreform der öffentlichen Kontrolle. Die Öffentlichkeit muss nachvollziehen können, ob die Preisverhandlungen zwischen den Krankenkassen und der Pharmaindustrie tatsächlich zu niedrigeren und stärker am Zusatznutzen eines Arzneimittels ausgerichteten Preisen führen. Das geht nicht, wenn die Verhandlungsergebnisse als Geheimsache behandelt werden.

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29. Januar 2011

Suchtprävention

Die Anzahl der Fälle von Alkoholmissbrauch nehmen kontinuierlich zu, doch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung unternimmt praktisch nichts.

Eine Stellungnahme der GRÜNEN finden Sie beim Klick auf diesen Text.

(Foto: M.Watzek, pixelio)

Demografischer Wandel

(Foto: Rainer Sturm, pixelio)

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Für eine neue Kultur des Alterns

Zum internationalen Tag des älteren Menschen am 01. Oktober 2010 erklärt
Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik:

Nie zuvor gab es so viele ältere Menschen in Deutschland. Gemessen an der Gesamtbevölkerung wird die Altersgruppe der 65-Jährigen und älter von heute 20 Prozent auf 34 Prozent im Jahr 2060 steigen. Das ist eine Errungenschaft der heutigen Zeit, die uns aber auch zum Umdenken auffordert. Denn gleichzeitig ist keine Lebensphase von einer derart großen Vielfalt geprägt wie das Alter.

Neben den fitten und agilen älteren Mitmenschen, die sich gerne engagieren und gebraucht werden wollen, sind da die Hilfebedürftigen, die unserer Unterstützung bedürfen. Und es gibt ein buntes Dazwischen. Diese Unterschiede gilt es zu berücksichtigen.
Wir brauchen eine Kultur, die das Älterwerden respektiert und die ermöglicht, dass die Generationen voneinander profitieren. Wir brauchen ein Miteinander, dass das Engagement Älterer fördert und Hilfebedürftigen auf Augenhöhe begegnet. Mit anderen Worten: Wir brauchen ein realistisches Bild des Alterns. Denn Alter wird noch zu oft als Endstadium und Abstellgleis verstanden. Um ältere Menschen ernsthaft zu beteiligen, benötigen wir ein lebensnahes Altersbild. Dabei sind alle Entscheidungsträger beispielsweise aus Wirtschaft, Medien, Politik genauso gefordert wie jeder Einzelne von uns.

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10. Mai 2012

Familienbericht

(Foto: Wilhelmine Wulff, pixelio)

 

PRESSEDIENST der Bundestagsfraktion
» MITTEILUNG NR. 0414/12
Datum: 09.05.2012

Familienpolitik der Bundesregierung bleibt Schmalspurprogramm

Zur Vorstellung des Achten Familienberichtes durch Familienministerin Schröder im Familienausschuss des Deutschen Bundestages erklärt Katja Dörner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

Der Achte Familienbericht bestätigt die Zeitnöte von Familien. Dieser zentralen familienpolitischen Herausforderung setzt Familienministerin Schröder aber lediglich Schmalspur-Maßnahmen entgegen - wie etwa eine unbezahlte Großelternzeit und Prüfaufträge zur Elternzeit. Völlig außer Acht lässt sie eine Weiterentwicklung des Elterngeldes und die notwendige Abschmelzung des Ehegattensplittings. Dabei belegt der Bericht die gleichstellungspolitisch negativen Wirkungen des Ehegattensplittings und regt Reformen an.

Dass Familienministerin Schröder die Koalitions-Pläne zur Ausweitung der Partnermonate und des Teilelterngeldes komplett begraben hat, ist nicht nachvollziehbar. Es ist inakzeptabel, dass für unsinnige Leistungen, wie das Betreuungsgeld, Milliarden zur Verfügung gestellt werden, während wichtige familienpolitische Maßnahmen wegen Finanzierungsvorbehalt beerdigt werden. So enttäuscht Ministerin Schröder die Erwartungen vieler Familien für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.


Zentral für Eltern kleinerer Kinder sind gute, umfassende und flexible Betreuungsmöglichkeiten. Doch Betreuungswünsche und -wirklichkeit fallen derzeit noch weit auseinander. Bund und Länder sind dringend gefordert, verbindlich auf die aktuellen Probleme beim Kita-Ausbau zu reagieren. Am Rechtsanspruch darf nicht gerüttelt werden.

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11. April 2012

Gesundheitsberatung

(Grafik: Gerd Altmann, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0315
Datum: 10. April 2012

Präventionspläne der Bundesregierung ohne soziale Ambition

Zu den am Wochenende bekannt gewordenen Plänen der Bundesregierung  zur Neuausrichtung der gesundheitlichen Prävention erklärt Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Prävention und Patientenrechte:

Die Pläne der Bundesregierung zur Neuausrichtung der gesundheitlichen Prävention gehen schon vom Ansatz her in die falsche Richtung. Präventionskurse auf Rezept sind gerade nicht das richtige Rezept. Wer gesundheitliche Beratung in den Arztpraxen mit einem Zusatzhonorar für die Ärzte belohnt, wird diejenigen nicht erreichen, die schon jetzt den Weg in die Praxis nicht oder zu spät finden.

Etliche Studien haben belegt, dass die Schere bei den Gesundheitschancen immer weiter auseinander geht und gerade sozial Benachteiligte am medizinischen und gesundheitlichen Fortschritt nicht teilhaben. Für diese Gruppen können wir jedoch durch Prävention und Gesundheitsförderung viel bewirken. Diese müssen im direkten Lebensumfeld ansetzen, Informationen, Beratung und Modelle für gesundheitsbewusstes Verhalten direkt erfahrbar und praktisch machen. Kindergärten, Schulen, Nachbarschaftshäuser und Vereine in den Kommunen sind dabei die richtigen Ansprechpartner.


Die Bundesregierung verspricht uns seit langem ein Präventionskonzept und ist bisher nicht einen Schritt voran gekommen. Jetzt muss man schon fast sagen, besser kein Konzept, als eines ohne soziale Ambition, denn das geht an der eigentlichen Aufgabenstellung vorbei.

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17. Januar 2012

Patientenrechte

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0019
Datum: 16. Januar 2012

Patientenrechtegesetz: Regierungspläne sind nur Trostpflaster für Patienten


Zu den jetzt bekanntgewordenen Regelungen zum geplanten Patientenrechtegesetz von-Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und Gesundheitsminister Bahr erklärt Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Prävention und Patientenrechte:

Wie zu erwarten, legen die beiden Minister nur ein Trostpflästerchen für die Patienten vor. Faktisch vermeiden die FDP-Minister jegliche Regelung, die Auflagen für die Ärzteschaft bringen würde. Sie sehen keine durchgreifenden Verbesserungen für Patienten vor, die Opfer eines Behandlungsfehlers oder - wie aktuell - von schädlichen Medizinprodukten wurden. Die Beweislastumkehr bei einem groben Behandlungsfehler ist schon jetzt ständige Rechtsprechung unserer Gerichte.

Nach den jetzt veröffentlichten Vorschlägen muss auch weiterhin ein Patient, obwohl nachweislich ein Behandlungsfehler vorliegt, beweisen, dass dieser ursächlich für den erlittenen Schaden ist. Dieser Nachweis ist für einen Laien denkbar schwer zu führen und ist keine faire Rechtsposition.


Wir vermissen weiterhin eine gesetzlich verbindliche Regelung zu Fehlermelde- und Fehlervermeidungssystemen in den Krankenhäusern. Es reicht nicht, die Krankenhäuser mit finanziellen Anreizen dazu bewegen zu wollen. Die Patienten müssen sich darauf verlassen können, so wie man sich heute beim Einstieg in ein Flugzeug darauf verlassen kann, dass es einen Funktionscheck gegeben hat.

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(Foto: Erich Westendarp)

22. Januar 2011

Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung?

Kapitaldeckung pflegt nur den Gewinn der Versicherungs- konzerne (Foto: Bardewyk, pixelio)


Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0049
Datum: 21. Januar 2011

Pflegereform: Ersatzkassen legen den Finger in die Wunde


Zur Kritik der Ersatzkassen an der ergänzenden Kapitaldeckung in der Pflegeversicherung erklärt Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Die Kritik der Ersatzkassen deckt sich mit den Bedenken, die wir seit Unterzeichnung des schwarz-gelben Koalitionsvertrages äußern. Die von Union und FDP geplante private kapitalgedeckte Zusatzversicherung ist fachlich fragwürdig und bewirkt nur eines: Die Entsolidarisierung der Pflegeversicherung.

Wir fordern schon seit Jahren, eine Kapitalreserve im bestehenden Solidarsystem aufzubauen, wie es jetzt auch die Ersatzkassen vorschlagen. Mit dem grünen Modell einer "solidarischen Demografiereserve" werden die steigenden Pflegekosten kollektiv abgefedert, ohne den Einzelnen damit zu überfordern.

Vor allem aber brauchen wir eine Pflege-Bürgerversicherung. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen nach ihrer Leistungsfähigkeit in die Bürgerversicherung einzahlen. Auch dadurch werden die steigenden Pflegekosten sozial gerecht und solidarisch geschultert.



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21. April 2012

Gesellschaftliches Engagement

(Grafik: Gerd Altmann, pixelio)

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0345
Datum: 20. April 2012

Kinderreport 2012: Auftrag zum Handeln

Anlässlich der Vorstellung des Kinderreports 2012 des Deutschen Kinderhilfswerks erklärt Katja Dörner, Sprecherin für Kinder- und Familienpolitik:

 


Der Kinderreport 2012 belegt eindeutig die Bedeutung und Wirkung von frühen Mitbestimmungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Das sollte die Bundesregierung endlich zum Anlass nehmen, ihren Ankündigungen im Koalitionsvertrag auch Taten folgen zu lassen. Wer frühzeitig Demokratie wagen will, muss Kinder und Jugendliche besser beteiligen.

In Deutschland müssen die Beteiligungsmöglichkeiten flächendeckend ausgebaut werden, damit auch diejenigen an gesellschaftliches und politisches Engagement herangeführt werden, die sich bisher nicht oder nur wenig engagieren. Der Kinderreport 2012 zeigt, wie frühe Mitbestimmungserfahrungen Kinder stärker und resoluter machen.

Die Bundesregierung muss eine neue Beteiligungsoffensive auflegen. Schon lange fordern wir gemeinsam mit zahlreichen Fachverbänden und Expertinnen und Experten eine Neuauflage des nationalen Aktionsplans "Für ein kindergerechtes Deutschland 2005-2010". Zu den wesentlichen Hausaufgaben dieses Aktionsplans gehörte es, dass für alle Kinder und Jugendlichen Beteiligungsangebote auf allen Ebenen in methodisch angemessener Weise zur Verfügung gestellt werden. Diese Hausaufgabe hat die Bundesregierung nicht gemacht.


Die Abgeordneten der Grünen Bundestagsfraktion wollen mit einer gestern gestarteten Aktionsreihe" Grün macht Kinderrechte groß" ihren Beitrag zur Bekanntmachung und Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland leisten. Mitbestimmung spielt dabei eine zentrale Rolle.

Grüne Kritikpunkte an der Umsetzung der UN- Kinderrechtskonvention in Deutschland finden sie hier: http://www.gruene-bundestag.de/cms/familie/dok/407/407593.jubilaeum_mahnt_zu_weiteren_anstrengunge.html

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5. April 2012

Burnout

(Fotomontage: Gerd Altmann, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0311
Datum: 4. April 2012

Hektische Betriebsamkeit soll Versäumtes bei Burnout kaschieren

Zu aktuellen Forderungen von Abgeordneten der Union angesichts des Anstiegs von berufsbedingtem Burnout erklärt die Abgeordnete Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Prävention und Patientenrechte:

Drastische Zahlen zu berufsbedingtem Stress und Erwerbsunfähigkeit durch Burnout bringen nun hoffentlich auch die Regierungsfraktionen auf Trab. Die Krankenkassen und Verbände weisen schon seit ein paar Jahren darauf hin, dass in vielen Berufen der Druck enorm zugenommen hat und die Arbeitnehmer krank macht. Der schon lange geforderte Ausbau des Arbeitsschutzes zur Einschränkung von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz ist nicht voran gekommen.


Auch für Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung hat die Bundesregierung bislang nicht mehr als anerkennende Worte übrig gehabt. Es ist schon bezeichnend, dass einzelne Unionspolitiker diese Tatenlosigkeit nicht mehr unkommentiert lassen und gesetzliche Regelungen einfordern. Wir regen an, sich unserem Antrag für ein Präventionsgesetz und eine umfassende Präventionsstrategie anzuschließen, der in Kürze im Plenum des Bundestages zur abschließenden Behandlung ansteht. Auf dieser Grundlage könnte die Bundesregierung schnell handeln.

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1. April 2012

Reform verkehrt

(Foto: Gerd Altmann, pixelio)

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen
NR. 0282
Datum: 28. März 2012

Pflegereform: Nix für die Pflege – viel für die Falschen

 


Zum Kabinettsbeschluss vom 28.03.2012 zum Pflege-Neuausrichtungsgesetz erklären Renate Künast, Fraktionsvorsitzende und Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Die schwarz-gelbe Pflegereform ist schon bei ihrer Verkündung krachend gescheitert. Minister Bahr packt die dringendsten Probleme nicht an, weder einen neuen Pflegebegriff, noch eine ausreichende Versorgung der Demenzkranken.

Dieses Gesetz als Neuausrichtung zu bezeichnen verleumdet das Wort. Die wenigen Leistungsverbesserungen sind nur auf Pump oder zeitlich begrenzt. Nach dem „Jahr der Pflege 2011“ schafft Bahr nichts außer Geschenken an die schwarz-gelbe Klientel, wie höhere Vergütungen für Ärzte und Zuschüsse für Gutverdiener zur Pflegeversicherung.


Selbst die kleinsten Verbesserungen wurden noch gekürzt. So sind die geplanten kleinen Verbesserungen für pflegende Angehörige bei Reha- und Vorsorge im Bereich der Rentenversicherung komplett gestrichen worden. Und das auf Wunsch von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. Die einstige Kämpferin für eine gute Pflege knausert also herum, wenn sie zur Entlastung Pflegender beitragen soll.

Auch für die Pflegekräfte tut die Bundesregierung nichts, sie droht ihnen sogar mit Lohndrückerei. Das ist ein heftiger Schlag ins Gesicht aller Pflegekräfte. Wir Grüne sind für den Pflege-Mindestlohn. Er darf aber nur eine absolute Lohnuntergrenze sein. So jedoch droht er zum Normlohn zu werden.


Diese Reform kann man getrost vergessen. Wir brauchen eine tatsächliche Neuausrichtung in der Pflege. Deswegen fordern wir die Einführung eines neuen Pflegebegriffs, der den Menschen ihre Würde bewahrt anstatt sie nur zu versorgen. Zur nachhaltigen Finanzierung einer besseren Pflege brauchen wir eine solidarische Pflege-Bürgerversicherung.

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20. Januar 2012

Babyklappen

(Foto: meltis, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0039
Datum: 20. Januar 2012

 


Anonyme Geburt: Schröder soll Diskussion auf Fachebene führen

 


Zur Ankündigung von Bundesministerin Kristina Schröder, eine gesetzliche Regelung für anonyme Geburten und Babyklappen zu schaffen, erklären Monika Lazar, Sprecherin für Frauenpolitik, und Biggi Bender Vorsitzende der AG Biotechnologie und Bioethik:

Erneut kündigt Kristina Schröder, wie beispielsweise auch schon bei den Neuregelungen des Gleichberechtigungs- und des Prostitutionsgesetzes, über die Presse eine Gesetzesinitiative an. Schade nur, dass von diesen Entwürfen aus ihrer Schublade nie einer auf den Parlamentstisch kommt. Stets sollen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages die Diskussion der Koalition abwarten, da deren Meinungsbildung noch nicht abgeschlossen ist.


Bei der anonymen Geburt beziehungsweise zu Babyklappen dürfte der Abstimmungsprozess noch nicht einmal begonnen und die die Uneinigkeit innerhalb der Koalitionsfraktionen groß sein. Aber mit der Presse plaudert die Ministerin in diesem Stadium gerne über ihre Ideen und Vorhaben. Wir sind es langsam leid, dass die Diskussion nicht auf Fachebene geführt wird, sondern nur zur PR der Ministerin taugt.


Über Babyklappen, anonyme Übergabe und anonyme Geburt sowie die damit verbundenen rechtlichen Grauzonen wird seit Jahren unter den Abgeordneten aller Fraktionen diskutiert. Die Kurzfassung des Gutachtens des Deutschen Jugendinstituts (DJI) macht deutlich, dass dringender Regelungsbedarf besteht. Sollte der Vorschlag der Ministerin den Weg ins Parlament finden, sind wir bereit, eine geeignete Lösung zu finden.

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29. Juni 2011

Organspenden

(Foto: Thorben Wengert, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0567
Datum: 27. Juni 2011

Organspende: Die guten parlamentarischen Sitten müssen gewahrt werden


Zu den Äußerungen von CDU/CSU-Fraktionschef Kauder und dem gesundheitspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion Lauterbach, bei der Organspende zeichne sich ein fraktionsübergreifender Konsens für eine sog. Entscheidungslösung ab, erklären Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflegepolitik, und Harald Terpe, Sprecher für Sucht- und Drogenpolitik:

Es gibt keinen parteiübergreifenden Konsens über die Entscheidungslösung. Das parlamentarische Verfahren zu diesem Thema hat noch gar nicht begonnen. So wie die Herren Kauder und Lauterbach es versuchen, kann man mit einem solch heiklen und hochsensiblen Thema wie der Organspende nicht umgehen. Üblicherweise werden solche Themen aus der Mitte des Parlaments heraus angeschoben und nach einem sorgfältigen Diskussions- und Abwägungsprozess entschieden. Daran sollten sich auch Kauder und Lauterbach halten und die anderen Fraktionen nicht unter Druck setzen.

Erst am Mittwoch dieser Woche findet in einem allerersten Schritt eine öffentliche Anhörung des Gesundheitsausschusses zu ethischen Aspekten der Organspende statt. Diese Anhörung wurde von den Fraktionsvorsitzenden aller Fraktionen gemeinsam beschlossen, um eine solide Grundlage für eine Entscheidung zu erhalten. Dies ist auch bitter nötig, denn weder Kauder noch Lauterbach können bisher auch nur im Ansatz darlegen, wie die sog. Entscheidungslösung in der Praxis konkret aussehen soll. Sollen die Bürgerinnen und Bürger zu einer Entscheidung über die Organspende verpflichtet werden, oder soll diese freiwillig bleiben? Wo und wann sollen die Bürgerinnen und Bürger diese Entscheidung treffen? Wer fordert sie zu dieser Entscheidung auf? Wo und wie soll diese Entscheidung dokumentiert werden? Was geschieht, wenn eine Bürgerin/ ein Bürger diese Entscheidung wieder ändern will?


Bevor diese Fragen nicht ausführlich diskutiert worden sind und bevor überhaupt ein Gesetzentwurf vorliegt, kann es in keine Richtung eine Positionierung geben.


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15. Juni 2011

Teilhabe für Menschen mit Behinderungen

(Foto: Uta Herbert, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

 

NR. 0530
Datum: 15. Juni 2011

Nationaler Aktionsplan: Der große Wurf bleibt aus

 


Zum Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechts- konvention, der heute vom Kabinett beschlossen wurde, erklärt Markus Kurth, Sprecher für Behindertenpolitik:

Der vom Kabinett verabschiedete Nationale Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention bleibt weit hinter dem zurück, was zur Umsetzung von Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und voller Teilhabe erforderlich ist. Die Bundesregierung lässt die Chance ungenutzt, den im Vorfeld gesammelten Visionen Taten folgen zu lassen. Stattdessen begnügt sie sich in vielen Bereichen damit, bereits gestartete oder schon abgeschlossene Programme aufzulisten, ohne dass ein Gesamtkonzept erkennbar wäre. Diesen Aktionsplan hätte die Regierung bereits vor einem Jahr vorlegen können, die Beteiligung der Betroffenen ist ohne jede erkennbare Wirkung geblieben.

Es wird kein Wort darüber verloren, das Wunsch- und Wahlrecht bei der Inanspruchnahme von Leistungen zur Teilhabe voll zu verwirklichen. Es gibt keine Ankündigung das Recht auf Teilhabe vom Einsatz von Einkommen und Vermögen abzukoppeln. Die Teilhabe am Arbeitsleben würde durch die Schaffung eines dauerhaften Nachteilsausgleichs viel effektiver gefördert, als durch immer neue Beschäftigungsprogramme für jeweils eng begrenzte Personengruppen. Auch ist nicht erkennbar, dass die Regierung die volle Gleichstellung im Zivilrecht verwirklichen möchte.


Mit dem vorliegenden Aktionsplan wurde eine große Chance vertan, die Politik für behinderte Menschen auf das Fundament der Behindertenrechtskonvention zu stellen.

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9. April 2011

Ärztliche Versorgung

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

NR. 0317
Datum: 8. April 2011


Versorgungsgesetz: Der Berg kreißte und gebar nichts


Zu den Eckpunkten der Koalition für ein Versorgungsgesetz erklärt Harald Terpe, Obmann im Gesundheitsausschuss des Bundestages:

Das Versorgungsgesetz wird die Versorgung nicht verbessern. Die Eckpunkte der schwarz-gelben Koalition enthalten nichts, was substanzielle Antworten liefert auf die kommenden Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung einer alternden Gesellschaft. Statt echte Strukturreformen für mehr Qualität auf den Weg zu bringen, doktert die Koalition an einzelnen Symptomen herum und nennt das eine Verbesserung der "erlebten Versorgungsqualität". So wird 2011 kein Jahr der Patienten sondern ein Jahr des Stillstands.

Vorschläge zur Aufwertung der Primärversorgung? Fehlanzeige. Eine neue Aufgabenverteilung zwischen ärztlichen und nichtärztlichen Gesundheitsberufen? Fehlanzeige. Wirksame Schritte zur Überwindung der Trennung zwischen dem ambulanten und stationären Sektor? Auch hierzu kein Wort. Stattdessen finden sich in diesen Eckpunkten teure Geschenke an die Zahnärzte. Außerdem werden fragwürdige zusätzliche Planungsgremien ohne echte Kompetenzen ins Leben gerufen. Wirksame Anreize zum Abbau der Überversorgung in manchen Regionen werden endgültig abgeschafft. Die Gründung von Medizinischen Versorgungszentren wird erschwert. So kann die Versorgung in unterversorgten Regionen nicht verbessert werden.

Maßgeblich für die Koalition waren offenbar nicht die Interessen der Patientinnen und Patienten sondern vor allem die der Lobbyisten.



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25. Januar 2011

Gleichstellung

(Foto: Konstatin Gastmann, pixelio)

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen


NR. 0064
Datum: 25. Januar 2011

Gleichstellungspolitik ist Innovationspolitik


Zum Sachverständigengutachten für den Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung erklärt Monika Lazar, Sprecherin für Frauenpolitik:

Das zentrale Ergebnis des Gutachtens heißt: Bis zur Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern ist es noch ein weiter Weg. Die konkreten Forderungen lauten: Minijobs abschaffen, Quote für Aufsichtsräte.

Das dürfte Ihnen bekannt vorkommen, Frau von der Leyen und Frau Schröder. Gleiche Forderungen stehen in unserem Positionspapier "Besser mit Frauen" und in unserem Gesetzentwurf zur Quote für Aufsichtsräte. Nehmen Sie die Handlungsempfehlungen Ihrer eigenen Kommission ernst und legen Sie diesen Bericht nicht in die Schublade. Nutzen Sie ihre Gestaltungsmöglichkeiten, damit wir der Gleichstellung in diesem Land endlich näher kommen.

Die Sachverständigen fordern eine Gleichstellungspolitik, die gleiche Chancen ermöglicht, dabei aber auch Raum für individuelle Wahlfreiheit lässt. Für den Arbeitsmarkt heißt das konkret, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse nicht mehr zu fördern, Individualbesteuerung und Mindestlohn einführen. Die Entgeltungleichheit zwischen Frauen und Männern soll beseitigt werden. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sind Maßnahmen zur Gleichstellung im Unternehmen zu berücksichtigen. Mit einer Quote für Aufsichtsräte und Führungspositionen soll die Stagnation in diesem Bereich aufgebrochen werden.

Auch für den Bereich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf macht die Kommission Vorschläge, wie den Ausbau der Kinderbetreuung, die Verbesserung der Verzahnung von familiärer und professioneller Pflege und eine Verlängerung der Partnermonate beim Elterngeld.

Gleichstellungspolitik kommt allen zu Gute. Die Sachverständigen sagen es klar und deutlich: Die Kosten des gegenwärtigen Nichtstuns übersteigen die einer zukunftsweisenden Gleichstellungspolitik bei Weitem.


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